geburtsbericht des zauberkindes

Dies ist ein schwerer Bericht, weil ich es bis heute nicht verarbeitet habe. Mein Zauberkind kam per Kaiserschnitt zur Welt. Dies kann ich mir bis heute nicht verzeihen. Aber von vorne: Im Jahr 2008 war mein Zauberkind unterwegs, mein grosser Wunsch wurde wahr. Je weiter die Schwangerschaft foranschritt, desto aengstlicher wurde ich. Ich war innerlich total angespannt, sodass ich gegen Ende keinerlei wehen hatte. Keine senkwehen, keine uebungswehen, nix. Ich werde wohl selber dafür gesorgt habe das nix kommt. Meine wirklich gute Hebamme half mir mit Akupunktur und tipps. Trotzdem zeigte das ctg jedes mal beim arzt nichts an. Bei ET +2 meinte dann mein Arzt, wenn sich bis darauf den Montag nix tut, müsste ich ins kh für ein belastungs ctg. Im selben Moment wo er das sagte bekam ich Angst. Alles nur das nicht. Diesmal waren die sorgen aber eher auf das Zauberkind projiziert. Ihn mit wehenzeug zuschütten? Nein, das wollte ich nicht. Und der werdende Vater auch nicht. Grad zuhause rief ich direkt die Hebamme an. Sie fragte mich das, was ich mir vom Arzt gewünscht hätte. Was willst du?? Und ich wollte nur noch mein baby und das per Kaiserschnitt. Ja, es war ein Wunsch Kaiserschnitt. Wegen meiner Angst und dem Gedanken, das es für das baby das beste ist. Nach dem Gespräch mit der Hebamme fuhren wir noch am selben Nachmittag ins krankenhaus zur Anmeldung. Dort wurde auch wieder ctg geschrieben, aber ausser den starken herztoenen des zauberkindes sah man nichts. Mit der Aussage, das wir kommen dürfen wenn es am we losgeht (haha) und dann auch ein Kaiserschnitt gemacht wird wurden wir bis Montag wieder entlassen. Immerhin gab es schon ein ctg, blutabnahme und Gespräche mit den Ärzten. Das Wochenende verlebten wir ruhig. Wie ich es mir gedacht hatte... Montag morgen. Heute kommt unser Kind zur Welt... Der Termin für den Kaiserschnitt war für 12 Uhr angesetzt, die warterei furchtbar. Was wir an dem morgen taten weiss ich nicht mehr. Gegen 11 uhr (es kann auch früher gewesen sein) fuhren wir zum Krankenhaus. Fahrtzeit grad mal zehn Minuten. Oben am Kreißsaal angekommen kamen wir in einen Raum und ich durfte direkt die schicke op Kleidung anziehen. Dann wurde ich an ctg angeschlossen und bekam nen Zugang. Reden konnte ich kaum, zu gross war die Aufregung. Zauberkind wehrte sich wie immer gegen das ctg und sorgte damit für einige Lacher. So ein tritt gegen die bauchdecke , wenn man den ctg Gürtel um hat, ist schon ein Erlebnis. Dann war es soweit. Ich musste mich aus dem Bett Hiefen, zum op Stuhl watscheln und auf selbigen drauf klettern. Für die Männer - versucht das mal mit nen medizinball unterm shirt, dann wisst ihr was ich meine. Mit dem Stuhl wurde ich dann in den op gefahren. Bibber war es hier kalt. Hier wird mein Kind geboren? Der arme kriegt ja nen kaelteschock. Nun ja, ich wurde vorbereitet, angekettet, an gefühlte hundert Infusionen angeschlossen, mein Freund neben mir platziert und mein Bauch hinter dem schönen grünen Tuch versteckt. Da fällt mir ein, bevor ich rueber watscheln und klettern durfte wurde mir noch die PDA verpasst. Macht sich besser wenn der Bauch aufgeschnitten wird 😉 Der Arzt testete, ich spürte nix und als ich schon fragte wann er denn endlich anfängt spürte ich ein ruckeln an und in meinem Bauch (gaaanz seltsames Gefühl) und dann ein lautes kräftiges schreien! ER WAR DA!!!!!! Zauberkind, geboren am 09.02.09 um 13;15 Uhr mit 50cm, 3950 Gramm und nen Kopf von 38 cm. Er schrie und protestierte so laut das er ganz rot war. Das war er fast das ganze erste Jahr wenn er schrie. Aber alle waren glücklich! Ich durfte ihn kurz sehen, bevor er mit dem frisch gebackenen papa nach nebenan ging. Während ich wieder zugenäht wurde (7 nähte) wurde Zauberkind gewaschen und in Handtücher gepackt. Als sie wieder kamen meinte mein Freund dann, was der kleine denn so komisches an den Ohren hätte. Ich hörte nur das und mein Kreislauf verabschiedete sich. Ich lag ja noch immer im op. Mir wurde schlecht, mein Herz raste und Kreislauf ging runter. Sofort bekam ich was und mein Freund wurde mit Zauberkind raus geschickt. Die längste halbe Stunde meines Lebens begann! So lange dauerte es nämlich bis ich endlich fertig vernäht war und auch in den Kreißsaal durfte. Aber dann, endlich. Zauberkind schrie noch immer lauthals. Wir hörten es bis zur op Schleuse. Im Kreißsaal durfte ich ihn dann endlich sehen und in den arm nehmen. Natürlich fragte ich auch nach den Ohren. Es wurde mir dann gesagt das er harmlose fibrome hat, die man aber weg machen lassen kann. Was war ich erleichtert. Leider hat auch das stillen nicht geklappt, das erzähle ich euch aber später. Im Kreißsaal mussten wir noch eine Weile bleiben, damit sich mein Kreislauf erholt. Meine Eltern hielten sich leider nicht daran, das ich erst am naechsten Tag Besuch wollte... Gegen abend wurden wir dann endlich auf Station geschoben. Zauberkind schrie die erste Nacht sehr viel. Die nachtschwester hat ihn irgendwann geholt, weil auch ich total platt war von der op. Ich kann auch das mir nicht verzeihen. Wahrscheinlich wollte er nur auf meinem Bauch liegen und ich hab es nicht fertig gebracht... Allerdings war es die einzige Nacht die er im Säuglings Zimmer schlief. Sonst war er immer bei mir. Alles zusammen, der Kaiserschnitt, das ich nicht die erste war die ihn hielt, das das stillen nicht klappte und die blöde erste Nacht machen mir auch nach fast sechs jahren noch ein schlechtes gewissen und Schuldgefühle. Oft gepaart mit dem Gefühl keine gute Mutter zu sein... Ich hätte so gerne sovieles anders gemacht... Nach fünf langen tagen durften wir endlich nach Hause und das Abenteuer baby begann! Fast sechs jahre später:

1.11.14 02:59, kommentieren

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Willkommen!

Hallo und Herzlich willkommen! Hier möchte ich von meinem leben erzaehlen, das etwas anders ist als normales leben. Aber dennoch bunt und laut und fröhlich. Viel Spass beim lesen! Liebe gruesse bine

1.11.14 01:38, kommentieren